BAFU zu Besuch

Anpassung an den Klimawandel im Goms - Bundesamt für Umwelt zu Besuch in der energieregionGOMS (21.09.2016)

Am 21. September 2016 besuchte die Abteilung Klima des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) die energieregionGOMS. Im Zentrum Stand ein informeller Austausch zwischen Verwaltung und Praxis. In einem Kreativworkshop wurden Ideen entwickelt und mit Vertretern vonenergieregionGOMS, Tourismus Obergoms und Landschaftspark Binntal reflektiert.

Die Klimaänderung ist feststellbar und wird sich gemäss wissenschaftlichen Prognosen weiter verstärken. Die nationalen und internationalen Bemühungen zur Reduktion von Treibhausgasen und somit zur Verminderung der Klimaänderung reichen voraussichtlich nicht aus, um die Klimaänderung zu stoppen bzw. spürbar zu verlangsamen. Daraus ergibt sich für Länder und Regionen die Notwendigkeit, sich mit den für sie relevanten Auswirkungen der Klimaänderung auseinander zu setzen und in geeigneter Weise daran anzupassen. Die Klimaänderung hat insbesondere einen bedeutenden Einfluss in Bergregionen.

Die BAFU Experten zeigten in Inputreferaten und Gruppenarbeiten auf, welche Chancen und Risiken mit dem Klimawandel verbunden sind. Wie sich diese ganz konkret im Fall des Goms auswirken, wurde anschliessenden in Gruppen diskutiert. Die Hauptrisiken der Klimaerwärmung werden beim Gletscherrückgang, der steigenden Schneefallgrenze und dem damit verbundenen veränderten Wasserregime gesehen. Damit ergeben sich zwei Handlungsschwerpunkte in der energieregionGOMS: Tourismus und Energieproduktion. Für die Anpassung an den Klimawandel im Tourismus wurden konkrete Vorschläge wie Angebote von entschleunigtem Tourismus, die bessere Vermarktung des anhaltend winterlichen Schönwetters und der Sommerfrische in den Bergen gemacht. Auch kreative Ideen wie Wolf-Safari, Burn-Out Kliniken oder ein klimaneutraler Gommerlauf kamen auf. Im Bereich Energieproduktion wurde vordergründig das Wassermanagement diskutiert bspw. die Regulierung von Stauseen als Vorsorge bei Unwetterkatastrophen.

Am Nachmittag besuchten die Bundesvertreter eine Exkursion zum Thema Holzenergienutzung in Ernen. In einem geführten Rundgang lernten sie viel Interessantes über Schutzwaldpflege, Holzenergienutzung und lokale Wertschöpfung anhand des Beispiels des Fernwärmenetzes Ernen.

Seit einem Jahr bietet die energieregionGOMS auch thematische Exkursionen an. Hier können Interessierte die Energiewende hautnah miterleben. Angeboten werden erlebnisreiche Projektbesuche sowie Workshops und Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen, Gemeinden und Regionen. Die verschiedenen Angebote können über Obergoms Tourismus oder die Geschäftsstelle der energieregionGOMS gebucht werden. >> Mehr erfahren über unsere Angebote.

Erstmals hat nun eine grössere Gruppe von einem Bundesamt dieses Angebot gebucht. Da Gebirgsregionen und insbesondere deren Wälder unmittelbar durch den Klimawandel betroffen sind, hat sich das BAFU auf die Holzenergie-Thematik fokussiert. Mit Temperatur- und Niederschlagsänderungen hat der Klimawandel nebst Veränderungen der Artenzusammensetzung (Stichwort Biodiversität) vor allem auch einen kritischen Einfluss auf die Waldbrandgefahr. Trotz dieser Gefahren kann der Klimawandel für gewisse Regionen auch Chancen beinhalten, welche es jetzt bereits geschickt zu nutzen gilt. Das Goms wäre eine dieser Regionen, welche mit der energieregionGOMS gut aufgestellt ist, um auch das Thema «Klima» in Zukunft ebenso erfolgreich zu nutzen wie das Thema «Energie».

 

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