Dorfkernerneuerung

Viele Dorfkerne entvölkern sich zusehends. Der Zustand vieler alten Gebäude ist nicht mehr zeitgemäss, und Sanierungen sind umständlich und teuer. Der Sanierungsbedarf staut sich auf und Bauruinen prägen immer häufiger das Ortsbild. Ein wichtiges Element der Walliser Kultur droht somit zu zerfallen. Dabei wäre der Dorfkern nicht nur für die Bevölkerung bedeutend. Auch der Tourismus ist auf die Einzigartigkeit der historischen Dorfkerne dringend angewiesen. Aufgrund dieser Problematik wurden in den vergangenen Jahren mehrere Projekte initiiert mit dem Ziel einen umsetzbaren Lösungsansatz zu implementieren.

 

EXKURSION

Alpine Bauweise in Münster - früher und heute

Erfahren Sie viel Wissenswertes über die Sanierung von Wohn- und Nutzbauten (Stadel, Speicher und Heustall). In welchem Zusammenhang steht diese Umnutzung mit dem Erbschaftsrecht? Welche Rolle spielt die Zweitwohnungsinitiative und wie ist es gesetzlich geregelt? Wollen Sie wissen, wie es auch in den Innenräumen dieser Gebäude aussieht? Den Vorher-Nachher-Vergleich gibt es bestimmt – vielleicht sogar einen Einblick in den ehemaligen Stall. Schauen Sie vorbei!

>> Hier finden Sie mehr Informationen zur Exkursion

 

PROJEKTE

Vorprojekt (2016)

Zurzeit läuft ein Vorprojekt zusammen mit der Berner Fachhochschule und dem RWO. Im Projekt sollen standardisierte technische Lösungen für die Altbausanierung erarbeitet werden. Die Eigentümer sollen zur Aufwertung ihrer Bauten motiviert werden, indem ihnen Wege für effizientere Planungsprozesse und tiefere Umbaukosten aufgezeigt werden können. Das Wissen und die Beratung soll den Gemeinden im Oberwallis und umbaumotivierten Eigentümern zur Verfügung stehen.

Folgeworkshops (2015)

Im Verlauf des Jahres 2015 wurden mehrere Workshops durchgeführt, um das Thema Dorfkernerneuerung vertieft zu behandeln und längerfristige Lösungsansätze zu finden. Mittlerweile wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet.

Arbeitsgruppe 1 (Organisation & Finanzierung): Themen sind etwa der Aufbau einer geeigneten Organisation (z.B. Verein, Genossenschaft, Stiftung) und Ausarbeitung langfristiger Finanzierungsmöglichkeiten (und Beschaffung erster Finanzmittel).

Arbeitsgruppe 2 (Vermittlung): Themen sind etwa der Aufbau einer Kompetenz- und Anlaufstelle zu organisieren, oder ein Team von Beratern und Fachleuten zusammenzustellen, um später Hauseigentümer, Mieter oder Vermieter zu beraten (z.B. in den Bereichen Bau, Finanzierung, Raumplanung... ). Weiter ist das Sammeln und Aufarbeiten von Wissen und Materialien wichtig...

Arbeitsgruppe 3 (Prozesse): Themen sind etwas "Optimierung von Bauprozessen" (Projekt läuft bereits) oder andere noch zu bestimmende Themen wie "Schatzungen" usw.

Steuerungsgruppe (Koordination): Die Aufgaben der Steuerungsgruppe sind die Koordination, Pflege und Zusammenarbeit zwischen den Arbeitsgruppen, aber auch mit andern Akteuren und bestehenden Trägerschaften im Goms. Weitere Aufgaben sind Kommunikation, Quaitätsicherung usw.

Passive Mitarbeit: Personen, die sich nicht aktiv in einer Arbeitsgruppe engagieren wollen, aber trotzdem regelmässig informiert werden wollen, können sich auch in der Gruppe "Passive Mitarbeit" eintragen. Auch in Zukunft werden regelmässig Informationsveranstaltungen durchgeführt, zu denen alle eingeladen werden.

Die Ziele der verschiedenen Arbeitsgruppen sind:

- in den Arbeitsgruppen "Experten & Fachleute" zusammenzuführen.

- konkrete Lösungen zu den verschiedenen Themen auszuarbeiten.


>> Zu den Ergebnissen des ersten Workshop vom 14. März 2015

 
Machbarkeitsstudie Finanzierung Dorfkernerneuerung (2014)

Gemäss der Machbarkeitsstudie wird sich die Erneuerung der Dorfkerne nicht nach rein marktwirtschaftlichen Prinzipien finanzieren lassen. Es sind staatliche Fördermittel auszuschöpfen und Kapitalgeber wie auch Spender zu finden, für welche der Erhalt des historischen Zentrums und die dadurch ausgelösten Impulse im Vordergrund stehen. Mit einer breit abgestützten Dorfkerngenossenschaft und einer Stiftung könnten das notwendige Wissen, die benötigten personellen Ressourcen sowie der Zugang zu Kapitalgebern geschaffen werden. Als zusätzliche Massnahme und zur Einbindung der künftigen Nutzniesser eines intakten Dorfkerns soll ein Dorfkernförderbeitrag eingeführt werden, welcher den Betrieb und einen Teil der Finanzierung von Investitionen in die Erneuerung sicherstellt. Die Masterarbeit wurde im Rahmen des Lehrgangs Masters of Advanced Studies Immobilienmanagement 08/12 am Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern erarbeitet.

>> zur Masterarbeit Dorfkernerneuerung (PDF)

>> zur Veranstaltung "Gehen im Dorfkern die Lichter" aus vom 7. November 2014


Gebäudeprogramm-Plus (2012)

Das Gebäudeprogramm-Plus soll die nachhaltige Sanierung erhaltenswerter Altbauten in den Gommer Gemeinden fördern. Die Attraktivität des Goms als Lebensraum soll gesteigert werden, die Anzahl der bewohnten Gebäude sukzessive erhöht werden. Die Dorfkerne werden so erneuert und belebt. Das Gebäudeprogramm-Plus fokussiert sich auf Gebäude mit Baujahr 1970 oder älter, welche sich als Folge des Alters daher besonders schlechte Energiekennzahlen aufweisen. Die Sanierungsrate der Altbauten soll signifikant erhöht werden. Das Projekt wurde initiiert und ausgearbeitet vom Verein unternehmenGOMS.

>> zum Konzept Gebäudeprogramm Plus (PDF)

Zweitwohnungsproblematik (2010)

Die Auswirkungen von Zweitwohnungen auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung einer Region sind vielfältig. Die positiven Effekte sind dabei oft vorwiegend von kurzfristiger Natur: Das Bau­ und Baunebengewerbe profitiert von Aufträgen. Die negativen Wirkungen hingegen halten langfristig an und hängen unter anderem mit den Infrastrukturkosten zusammen. Im Goms arbeiten deshalb mehrere Gemeinden daran, die Wirkungsbilanz von Zweitwohnungen zu verbessern. Das Projekt wurde zusammen mit dem Institut für Betriebs- und Regionalökonomie IBR der Hochschule Luzern in den Dörfern Binn, Ernen und Grengiols erarbeitet.

>> zum Artikel Forum Raumentwicklung (PDF)